"Noch manche Nacht wird fallen
auf Menschenleid und -schuld.
Doch wandert nun mit allen
der Stern der Gotteshuld.
Beglänzt von seinem Lichte,
hält euch kein Dunkel mehr.
Von Gottes Angesichte
kam euch die Rettung her."

 

Vielleicht haben Sie sich über diese Sätze an der Plakatwand gewundert. Vielleicht haben Sie sich aber auch erinnert: Diese Sätze sind Teil des Adventslieds „Die Nacht ist vorgedrungen“. Es wurde 1937, im Dritten Reich, von dem Journalisten und Schriftsteller Jochen Klepper gedichtet. Er war ein Opfer der Nazi-Diktatur. Als Mann einer jüdischen Frau hatte man ihn aus dem Beruf gedrängt und er hatte Schlimmeres zu befürchten.

Kein Wunder, dass sein Adventslied in der Nacht spielt. „Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und -schuld!“

Ich finde, das beschreibt treffend auch unsere Situation. Ende 2020 ist vieles in unserer Welt – und vielleicht auch in unserem Leben - schwierig, schlimm, dunkel. Unter manchem davon leiden wir –  manches Leid verursachen wir selbst und werden so schuldig an unserer Mitwelt und unseren Mitmenschen.

Auch die Geburt Jesu vor über 2000 Jahren, die wir an Weihnachten feiern, hat an dem Dunklen in der Welt nichts Grundlegendes geändert.

In Jochen Kleppers Lied ist das Dunkel noch nicht weg. Aber es wird beglänzt, ein wenig beleuchtet: Vom „Stern der Gotteshuld“.

Mein Glaube, meine Hoffnung und meine Erfahrung ist: Jesus, der Gottessohn, ist in dieser Welt, in meiner persönlichen dunklen Welt anwesend, erreichbar, nur ein Gebet weit entfernt. Er ist seit vielen Jahren der Stern der Gotteshuld, der Liebe Gottes, der mein Dunkel beglänzt und mit mir durchs Leben wandert. Das gibt mir Geborgenheit und Gelassenheit. Damit rechne ich auch für die Zukunft. Von Gottes Angesichte kommt mir – und Ihnen –  auch morgen die Rettung her.

Ich wünsche Ihnen, dass Gottes Licht in Ihr Dunkel fällt und es beglänzt. Gottes Segen für Sie!

Norbert Aufrecht, Geschäftsbereichsleiter Missionarische Dienste der Evangelischen Stadtmission Freiburg

 

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